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Lehrkräfte gegen Prekarität on Tour

Lehrkräfte gegen Prekarität on Tour

Zwei Menschen am Infostand mit dem Flyer zur Aktion. Erik Wolf (ver.di)  –

Liebe Kollegin, lieber Kollege,
wenn du „bezahlter Urlaub“ hörst, winkst du vielleicht ab und sagst:
Träum weiter...

Aber auch freiberufliche Lehrkräfte haben gesetzlich verankerte Ansprüche und Rechte! Voraussetzung ist, dass sie im Jahresmittel mehr als die Hälfte ihres Einkommens mit der Tätigkeit für einen Träger erwirtschaften. Das ist bei den meisten von uns der Fall! Wir sind „feste Freie“ oder "Arbeitnehmerähnliche". Uns steht dann die Bezahlung für vier Wochen Urlaub im Jahr gesetzlich zu (BUrlG §2). Warum hält sich aber niemand an die Gesetze? Weil wir zu schwach sind, unser Recht auch durchzusetzen. Wenn bei einem Träger die Mehrheit aller Beschäftigen gewerkschaftlich organisiert ist, dann können sie Verhandlungen über die konkreten Arbeitsbedingungen verlangen. Zum Beispiel, dass sich in Sachen Urlaub an die Gesetze gehalten wird!

 

Drei Kolleg*innen stehen vor einer Sprachschule und verteilen die Flyer. Erik Wolf (ver.di)

Am zweiten Tag der Verteilaktion waren die Kolleg*innen vor einer Sprachschule im Leipziger Süden am Start. Auch hier konnten sie einige gute Gespräche mit Betroffenen führen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr die hohen (moralischen) Ansprüche der Bildungsträger im Gegensatz zur Realität im Umgang mit ihren selbstständigen Lehrkräften stehen...

 

 

Vier Kolleginnen am Infostand von ver.di in der Petersstraße Leipzig Erik Wolf (ver.di)

Ob Sonne oder Regen....

....wir sind dagegen, dass selbstständige Lehrkräfte ausgebeutet werden.
Deswegen standen die Kolleg*innen der Lehrkräfte gegen Prekarität heute (8.10.) im Zentrum von Leipzig in der Pertersstraße.

 

 

 

Lehrkräfte gegen Prekarität zur Unterstützung beim ÖD Streik in Borna am 7. Oktober 2020. Viele Menschen mit Transparenten zum Warnstreik. Christian Quednow (ver.di)
Unser Kollege Karl hielt eine kurze Rede um die Solidarität mit den Streikenden auszudrücken und auf die Situation von selbstständigen Lehrkräften aufmerksam zu machen. Christian Quednow (ver.di)

Bereits am frühen Mittwoch Morgen (7.10.) waren die Lehrkräfte gegen Prekarität zur Unterstützung beim Warnstreik in Borna. Unser Kollege Karl hielt eine kurze Rede um die Solidarität mit den Streikenden auszudrücken und auf die prekäre Situation von selbstständigen Lehrkräften aufmerksam zu machen.

Hier noch der Link zum Bericht der Kolleg*innen auf Facebook:
https://www.facebook.com/LehrkraeftegegenPrekaritaet/posts/185574366417823?__tn__=K-R

 

 

  • WER SIND WIR? ---Leipziger Initiative gegen Prekarität in der Erwachsenen- und Weiterbildung---

     

    Wir sind eine Initiative von Lehrkräften, die in der Erwachsenen- und Weiterbildung tätig sind. Wir arbeiten bei privaten und öffentlichen Bildungsträgern und haben uns zusammengeschlossen, um gegen unsere prekären Arbeitsbedingungen vorzugehen. Die meisten von uns sind solo-selbstständig, dies jedoch meist unfreiwillig, weil es kaum feste Stellen gibt. Da viele von uns nur für einen oder zwei Auftraggeber arbeiten, haben wir einen arbeitnehmerähnlichen Status. Dadurch stehen uns eigentlich arbeitsrechtliche Regelungen, wie z.B. bezahlter Urlaub, zu. Dies steht jedoch nur auf dem Papier und wird selten eingefordert. Die Solo-Selbstständigkeit bedeutet für uns Unsicherheit und Prekarität: unvergütete Kursausfälle oder -verschiebungen, kompletter Honorarausfall bei Krankheit oder Urlaub, hohe Versicherungsbeiträge und niedrige Honorare. Grund dafür ist die Unterfinanzierung und Privatisierung der Bildungsbranche. Unsere Prekarität bedeutet für die Kommunen, Bildungsträger und den Bund die größte Flexibilität und den maximalen Profit. Dagegen müssen wir uns stellen!

    Wir gehen gemeinsam gegen unsere Arbeitsbedingungen vor, organisieren praktische Unterstützung und vernetzen uns städte- und bundesweit. Dazu arbeiten wir mit anderen Initiativen und Bündnissen sowie gewerkschaftlichen Gruppen zusammen. Denn eins ist klar: Es gibt keine individuellen Lösungen für Einzelne von uns, sondern wir müssen uns zusammenschließen und uns gemeinsam für unsere Rechte einsetzen.

    Wenn ihr Interesse an Mitarbeit oder Fragen habt, könnt ihr euch immer gerne per Mail an uns wenden:

    lehrkraefte-gegen-prekaritaet@gmx.de

    https://www.facebook.com/LehrkraeftegegenPrekaritaet/